BMW M5 Spot

Für einen BMW M5 Werbespot konnten wir die Arri Amira 3 Drehtage lang testen. Eines möchte ich vorweg nehmen, die Arri Amira kann man mit keiner anderen Kamera vergleichen. Das Handling und die Bilder der Amira sind fast unschlagbar.

Arri gab uns die Möglichkeit, Ende Februar die Arri Amira ausgiebig zu testen. Da wir nicht nur Farbkarten abdrehen wollten, habe ich mir mit dem Produzenten Philipp Schumacher, der unter anderem für Adidas, Red Bull und Siemens produziert, und dem Moderator Fero Andersen, bekannt durch die Sendungen „Schau dich Schlau“, „BMW TV“ und Formaten auf ZDF Neo, kreative Unterstützung geholt. Ich wollte etwas mit Autos drehen, da dabei Kameras oft an Ihre Grenzen stoßen, durch hohe Kontraste und Rolling Shutter Probleme. Wir konnten die M-GmbH gewinnen, die uns freundlicherweise einen BMW M5 zur Verfügung gestellt hat. Nach kurzen Brainstormings war klar, dass wir mit der Arri Amira und ihren 200 Bildern pro Sekunde das Auto möglichst Dynamisch darstellen wollen. Anlässlich des 30. Geburtstages des BMW M5, schrieben wir ein Konzept, das dem Auto und seiner Vergangenheit gerecht wird. Für einen ultimativen Härtetest der Kamera entschieden wir uns für eine klassische Werbung. Hier muss alles perfekt sein, da ich aber möglichst flexibel und ohne lange Umbauzeiten drehen wollte, stellte uns der Kameraverleih Licht&Ton KLT GmbH den Fujinon Cabrio Zoom 19-90mm zur Verfügung, sowie umfassende Lichttechnik, u.a die M18 von Arri, und Kamerabühne zur Verfügung.

Arri fragte mich kurz nach dem Dreh, auf welcher Kamera ich den Spot gedreht hätte, wenn ich keine Amira zur Verfügung gehabt hätte. Diese Frage konnte ich eigentlich nicht beantworten, da ich zu diesem Zeitpunkt ja bereits auf der Amira gedreht hatte und es meiner Meinung nach nichts vergleichbares gibt.

Der Sensor der Arri Amira ist der gleiche wie in der Arri Alexa. Nicht ohne Grund ist die Alexa so erfolgreich, da die Farben, die Schärfe und der Dynamikumfang fast unerreicht sind. Diesen Sensor bekommt man nun auch in der Amira, mit dem Plus, dass das Handling der Kamera, egal ob für Werbung, Film oder Dokumentar, jedem Kameramann entgegenkommt. Wir haben beispielsweise Autoaufnahmen gedreht, bei denen die Kamera außen am Auto befestigt war und unseren Darsteller Fero Andersen zeigt. Wir hatten an dem Tag wunderschönen Sonnenschein und somit einen hohen Kontrastumfang. Ich konnte ohne zusätzliches Licht im Auto drehen und hatte in allen Bereichen des Bildes Zeichnung. Die Arri Amira verfügt über einen Dynamikumfang von 14 Blenden. Die Arri Amira ist extrem lichtstark, was es möglich macht, auch zur späteren Stunden noch rauschfrei zu drehen. Die internen ND Filter, die es bis zu einer Stärke von 2.1 gibt, sind absolut nicht sichtbar. Man kennt es ja, dass sich der Look etwas verändert, sobald man einen ND Glasfilter verwendet, dies ist bei der Amira keineswegs der Fall.

Aufgezeichnet wurde auf die neuen CFAST 2.0 Karten. Diese machen eine 4444 Aufzeichnung möglich, INTERN! Das komplette Spektrum kann genutzt werden, 2K, ProRes 4444, C-Log. Auf eine 120GB Karte passen in Full HD Auflösung 48 Minuten Material, bei 200 Bildern passen nur noch 7 Minuten auf die Karte.

Die Bildraten sind individuell einstellbar und lassen eine maximale rate von 200FPS zu. Diese können ebenfalls intern auf die Fast Karten aufgezeichnet werden.

Am meisten überzeugt das Handling der Kamera. Alle Funktionen, die man über einen Drehtag so benötigt, kann man sich direkt auf die Assignable Buttons der Kamera legen. Ich hatte mir Funktionen wie Bildrate, Weißabgleich und Isowerte auf die Funktionstasten gelegt. Den ganzen Drehtag über musste ich für nichts mehr ins Menü. So konnte man sich auch spontan noch entscheiden, beispielsweise auf 200 Bildern zu drehen. Das Menü selbst ist Arri-typisch einfach und unkompliziert und man kennt es von der Alexa. Weitere Funktionen konnte man direkt auf den Funktionstasten des Suchers legen, wie False Color, Exposure oder Peaking.

Der Sucher der Arri Amira verfügt zusätzlich zum hochauflösenden OLED Display über einen aufklappbaren Monitor, der ebenfalls mit OLED Technik ausgestattet ist. Ich habe im Sucher die Farben bestimmt und mir auf den Monitor die False Color Funktion aktiviert, um die Belichtung zu checken. Ich habe in C-Log aufgezeichnet und mir den Look über die 3D LUTs auf den Sucher gelegt. Arri bietet hier bereits eine große Auswahl an 3D LUTs, die man aber auch noch individuell verändern kann.

Über den Monitor gelangt man auch in das Menü der Amira. Bei Aufnahmen aus der Hand konnte mein Kameraassistent Maximilan Schmelzer z.B. noch Änderungen im Menü vornehmen oder den Bildausschnitt überprüfen. Das Menü und alle weiteren Funktionen sind leicht zu erreichen, auch ohne die Kamera abstellen zu müssen.

Wir haben die Amira mit der Broadcast Plate von Arri ausgestattet, was ein Wechseln vom Stativ auf die Schulter innerhalb von wenigen Sekunden möglich macht und keine Umbauzeiten nötig sind. Die Amira ist äußerst solide, was sie aber auch ein wenig schwerer macht. Im Gegenzug braucht man aber auch keine Angst haben, wie man die Kamera anfässt oder das etwas kaputt geht. Für den Schulterbetrieb empfehle ich ein Easyrig (400N Aufwärts), gerade wenn man auf einem Zoom dreht. Die Kamera wog mit Zubehörteilen, wie Kompendium, Follow Focus und externen Monitor, rund 12 kg. Der obere Griff der Kamera, sowie auch alle anderen Teile der Kamera, sind verschiebbar. Der große Pluspunkt ist, dass man sich den Griff so verschieben kann, dass er über dem Schwerpunkt der Kamera liegt. Das Ergebnis ist eine gut ausbalancierte Amira, mit der man ganz bequem von der Schulter drehen kann.

Die Audioeingänge sind so gestaltet, dass sie eine Einheit mit der Kamera bilden. Kein Kabel steht nach außen weg, sie schmiegen sich der Kamera an. Die Audiofunktionen sind wie bei einer EB Kamera erreichbar. Zusätzlich über 2 XLR 3 Pol Eingänge, gibt es auch einen 5 Pol Eingang sowie die Möglichkeit, auch ein Bluetooth Mikrofon zu nutzen. Die Audioeingänge sind wohl das markanteste Abhebungsmerkmal zur Arri Alexa.

Ich persönlich bin restlos begeistert von der Arri Amira, sie vereint mehrere Kameramodelle miteinander und bietet ein einfaches und übersichtliches Handling. Man kann mit dieser einen Kamera jegliche Art von Filmen produzieren, egal ob Dokumentarfilm, Corporate Film oder Werbung. Arri hat einmal mehr bewiesen, wie nah sie an den Konsumenten und am Setalltag sind und begeistert bestimmt nicht nur mich in Zukunft mit der Arri Amira.

Ab Juni 2014 haben wir eine Amira  im Verleih.
Informationen zu unseren Kamerateams finden Sie hier.

Hier der Spot

 

 

Und hier zum Vergleich, eine Fassung ohne Farbkorrektur und VFX, gedreht in ProRes 4444 C-Log.

 

Die Crew:

Kamera: Tobias Körtge

1. Kameraassistent: Maximilian Schmelzer

2. Kameraassistent: German Strigl

Ton: Ulrike Daniel

Oberbeleuchter: Christoph Blase

Darsteller: Fero Andersen

Produzent: Philipp Schumacher

Produktionsassistentin: Sina Blaschek

Präzisionsfahrerein: Astrid Schmid

Schnitt: Alexander Hell / Blickfang Media

Arri: Oliver Temmler

Technik: Kameraverleih Licht&Ton KLT GmbH

www.arri.de

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